Archive for Wild ones – Leckeres aus Feld, Wald und Flur

DIE WILDEN KOMMEN! STEINPILZ & CO.

STEINPILZ – RAGOUT

500 g frische Steinpilze

150 g Zwiebel in kleinen Würfeln

100 g durchwachsener Speck

2 Esslöffel gehackte Petersilie

1/4 Bratfond, 1 Schnapsgläschen Konjak

1/4 l süße Sahne

1 Esslöffel Butter

Salz und schwarzer Pfeffer, 1 Teelöffel Senf, 1 Prise Zucker

Beilage: Semmelknödel/ Spätzle und Feldsalat

Pilze zurichten, Zwiebel schälen und hacken, ebenso die Petersilie. Die Zwiebe in der Butter anbraten, bis sie leicht Farbe nehmen. Dann die Petersilie dazugeben und 3 Min. mitdünsten – danach aus der Pfanne nehmen und auf einen Teller geben. Den Speck in der Pfanne anbraten, dann die geschnittenen Pilze dazugeben. Ca. 8 min. braten, dann die Zwiebel wieder dazu geben. Mit dem Konjak und dem Fond ablöschen, mit den Gewürzen abschmecken, den Senf dazugeben und gut umrühren, kurz aufkochen und dann mit der Sahne ablöschen.  Etwas einreduzieren lassen. Fertig. Dazu passen sehr gut Spätzel oder Knödel und ein Feldsalat.

Norderneyer – Sanddorntorte: Friesland nascht!

Norderneyer Sanddorntorte – Friesland nascht diesen Tortentraum!

Sie gehört immer zu meinen Highlights unserer Norderney Ferien. Mit Ostfriesentee ein unverfälschter Genuss. Eine leckere, fruchtig-frische Quark – Sahne Torte. Gesund ist sie auch noch, denn Sanddorn hat viel Vitamin C, Beta Carotin und Mineralien. Früher bewahrte er die Menschen an der Küste und die Seefahrer vor dem gefürchteten Skorput.

1.Schritt

Mürbeboden

sanddornkuchen

Mürbeteig

1 Teil/e = 50 g Zucker

2 Teil/e = 100 g Butter (kalt)

3 Teil/e = 200g Mehl

1 Prise Salz, 1/ 2 Teelöffel Zimt gemahlen

Die Zutaten gründlich miteinander verkneten, anschließend mindestens eine halbe Stunde im Kühlschrank eingewickelt ruhen lassen. Ausrollen und in vorher gefetteter und bemehlter Form bei ca.  175 °C in etwa 20 Minuten goldbraun blind backen. Den in der Form liegenden Teig mit einer Gabel einstechen und mit getrockneten Erbsen befüllen, so dass er bedeckt ist. So hebt er sich nicht beim backen.

Nachdem der Mürbeteigboden abgekühlt ist, wird er mit Sanddornmarmelade bestrichen. Außen einen Tortenring anbringen.

Die Füllung:

150 ml Sanddorn ungezuckert (Reformhaus)
80 g echter Rohrzucker
40 ml Wasser
20 g Vanille-Puddingpulver
6 Blatt Gelatine oder entsprechende Menge instant Gelatine
250 g Rahmquark
500 g Schlagsahne

Die Deko:

extra Schlagsahne zum Einstreichen
hellen, 5 Esslöffel Sanddornmarmelade

ca. 3 Handvoll Mandelblättchen

Für die Füllung wird der Sanddorn mit Zucker erhitzt und in das in Wasser aufgelöste Puddingpulver eingerührt. Das Ganze muss dann drei Minuten unter starkem Rühren zu einem Pudding gekocht werden. Wenn alles etwas abgekühlt ist, wird die in Wasser eingeweichte Gelatine dazu gegeben.

Wenn alles Zimmertemperatur hat, den Quark unter rühren. Zum Schluss die geschlagene Sahne vorsichtig unterheben. Die Creme auf den Tortenboden geben.(An den Ring denken, sonst fließt es weg.) Mindestens vier Stunden kühlen. Erst dann den Tortenring lösen.

Die Seiten der Torte mit Schlagsahne bestreichen. Auf die obere Mitte der Torte kommt nun ein kleinerer Tortenring, um die Dekorierung anzubringen. Vorsichtig einen dünnen Spiegel Sanddornmarmelade auf die kalte Creme streichen. Rundherum mit Sahnetupfen oder mit Baiser verzieren und mit Mandeln den Rand verkleiden.

 

 

Hej hej! Nyponsoppa – Schwedische Hagebuttensuppe

Die ersten Hagebutten sind reif und man kann wieder Nyponsoppa machen! Ich nehme aber auch gern getrocknete Hagebutten die man im Reformhaus, Naturkosthandel oder Internet bekommt.
Nyponsoppa ist in Deutschland kaum bekannt, nur in Sachsen und Thüringen liebt man sie auch. Wahrscheinlich war mal ein Sachse in Schweden und hat das Rezept dort gelassen.. 🙂 Jedenfalls ist sie in Schweden so etwas wie ein Nationalgericht. Sie schmeckt kalt und warm einfach köstlich und ist ein super leckeres Dessert, vor allem zusammen mit kleinen Mandelkeksen. Ich liebe sie auch mit Basier – Inseln.. eine phantastische schwedisch – französische Kombi. Was ja wiederum gut zusammen passt, schließlich stammt das schwedische Königshaus von einem Franzosen ab… 🙂
Hagebutten sind echte Vitaminömbchen mit einem sehr hohen Vitamin C-Gehalt (1700 – 2000 mg pro 100 g getrocknete Hagebutten), dazu noch Beta Karotin und Stoffe die entzündungshemmend wirken.

Hagebuttensuppe

Und so wird die Nyponsoppa gemacht:
6 dl getrocknete Hagebutten
1l Wasser plus
ca. 3/4 l Wasser und 1/2 l Himbeersaft
Die Hagebutten mit dem Wasser ca. 20 Minuten kochen lassen. Ab und zu rühren und die Hagebutten etwas „zermatschen“.
Das Wasser durch ein Sieb oder ein Tuch abgießen.
De 3/4 l Wasser mit den Hagebutten kochen (wie oben) und noch den 1/2l Himbeersaft dazugeben. Sollte der Geschmack zu konzentriert sein, kann man nach Gusto mit Wasser verdünnen.
Die Flüssigkeit nochmals aufkochen, 3 Esslöffel Kartoffelmehl hinzugeben sowie 3 dl Rohrzucker. Alles nochmal aufkochen und fertig! Je nach Vorliebe mit Mandelkeksen oder Basiers servieren.
Bildnachweis Suppe:
Von Johan Jönsson – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=7101277

BÄRZWURZ – Geheimnis des Waldes oder „DIE HEILKRAFT DER BÄRIN“

Schon in grauer Vorzeit wurde er von den Schamanen gesammelt und galt als sehr starkes Heilkraut. Wir Menschen waren damals noch eins mit Mutter Natur und verstanden die Zusammenhänge zwischen uns, den Pflanzen und den Tieren des Waldes. So gehörte die Bärzwurz zum „Spirit“ des Bärin, der als Lehrerin der Menschen galt. Indem der Mensch den erfahrenen Bärenmüttern folgte, lernte er, was im Wald nährend und heilend war. Viele „Bärenpflanzen“ sind auch für uns alte Heilmittel, sehr bekannt und wieder beliebt ist der Bärlauch.

Wie wir sind Bären „Allesfresser“ die sich pflanzlich ernähren, gern naschen und auch mal Fleisch oder Fisch mögen, wenn es sich ergibt. In Märchen und Sagen verwandeln sich oft Männer in Bären und umgekehrt. Hier spiegelt sich die biologische Verwandtschaft zwischen uns Säugetieren – was die „Krone der Schöpfung“ nicht unbedingt wahrhaben will.

Wir sind Teil der Natur und unterliegen ihren Gesetzen, wie alle anderen Geschöpfe der Erde auch, ob wir Porsche fahren, zum Mond fliegen oder unser Essen aus der Gefriertruhe stammt, ändert daran nichts. So ist vieles was für Mama Bär und ihre Kinder gut ist, auch gut für uns.  Wir tun gut daran, zu lernen genau hinzuschauen.

Die Bärwurz ist ein Kind der Berge und wächst meist über 88 m ü.NN. Ich durfte ihr das erste Mal im Hochschwarzwald begegnen. Eine wunderbare Waldwiese, nicht weit weg vom Parkplatz. Es hatte kurz vorher leicht geregnet.. diesen würzigen Duft vergisst man nie.

Der Geschmack von Bärwurz- Likör ist einzigartig, so dass fast jeder einen anderen Geschmackseindruck hat, wenn er ihn zum ersten Mal probiert.  Manche erinnert er an Liebstöckel, Sellerie oder Wallnuss. Aber nichts von diesen Erinnerung trifft wirklich zu, man hat einen eigenen, neuen Geschmack auf der Zunge. Er ist stark, dabei würzig, harmonisch und warm.

 

Die Höhenlage verschafft der Bärwurz eine stärkere Sonneneinstrahlung und somit eine bessere Photosynthese.Sie wächst gemeinsam mit einer Vielzahl von Pflanzen und kann an deren Stoffwechselprodukten, die in den Boden abgegeben werden, teilhaben – ein Vorteil, den Pflanzen, die in Monokultur angebaut werden, nicht zu Teil wird.

Als wild wachsende Pflanze hat sie viele, für Menschen sehr gesunde, ätherischen Öle die der Abwehr von Bakterien, Pilzen, und Schädlingen dienen und so auch uns helfen.

Im Mittelalter war die starke Pflanze der Berge ein Bestandteild des Theriak, eines Heiltrankes, der Name  bedeutet „wildes Tier„- zum einen weil es mit der Heilkraft der Wildnis den bösen Zauber der Krankheit vertreibt, zum anderen weil er gegen den Biss wilder Tiere eingesetzt wurde.

Bärwurz wirkt: aphrodisierend,
appetitfördernd,
entblähend,
entgiftend,
entschlackend,
harntreibend,
herzstärkend,
magenstärkend,
menstruationsfördernd,
tonisierend,
verjüngend,
wärmend,
windtreibend,
Altersschwäche,
Appetitlosigkeit,
Blähungen,
Blasenerkrankungen,
Darmkatarrh,
Dysmenorrhoe,
Gelbsucht,
Gicht,
Hautausschläge,
Herzschwäche,
Hysterie,
Koliken,
Menstruationsbeschwerden,
Migräne,
Nierenleiden,
Stress,
Verdauungsstörungen,
Vergiftungen,
Weißfluss,
wissenschaftlicher Name: Meum athamanticum Jacq., Athamanta meum, Meum meum, Meum nevadense
Pflanzenfamilie: Doldenblütler = Apiaceae
englischer Name: Baldmoney, Spignel
volkstümlicher Name: Baerpudel, Bärwurz, Barekümmel, Bärendill, Bärenfenchel, Bärkümmel, Bärmutterkrut, Bärnzotten, Bärwurzel, Berwurtz, Dillblattwurz, Gewöhnliche Bärwurz, Herzwurz, Köppernickel, Mutterwurz, Wilder Fenchel
Verwendete Pflanzenteile: frische Blätter, Samen, Wurzelstöcke
Inhaltsstoffe: ätherische Öle, Fettes Öl, Gummi, Harz, Ligustilid, Monoterpene, Kaffeesäuren, Phthalide