Archive for Alles Pasta – basta!

BÄRZWURZ – Geheimnis des Waldes oder „DIE HEILKRAFT DER BÄRIN“

Schon in grauer Vorzeit wurde er von den Schamanen gesammelt und galt als sehr starkes Heilkraut. Wir Menschen waren damals noch eins mit Mutter Natur und verstanden die Zusammenhänge zwischen uns, den Pflanzen und den Tieren des Waldes. So gehörte die Bärzwurz zum „Spirit“ des Bärin, der als Lehrerin der Menschen galt. Indem der Mensch den erfahrenen Bärenmüttern folgte, lernte er, was im Wald nährend und heilend war. Viele „Bärenpflanzen“ sind auch für uns alte Heilmittel, sehr bekannt und wieder beliebt ist der Bärlauch.

Wie wir sind Bären „Allesfresser“ die sich pflanzlich ernähren, gern naschen und auch mal Fleisch oder Fisch mögen, wenn es sich ergibt. In Märchen und Sagen verwandeln sich oft Männer in Bären und umgekehrt. Hier spiegelt sich die biologische Verwandtschaft zwischen uns Säugetieren – was die „Krone der Schöpfung“ nicht unbedingt wahrhaben will.

Wir sind Teil der Natur und unterliegen ihren Gesetzen, wie alle anderen Geschöpfe der Erde auch, ob wir Porsche fahren, zum Mond fliegen oder unser Essen aus der Gefriertruhe stammt, ändert daran nichts. So ist vieles was für Mama Bär und ihre Kinder gut ist, auch gut für uns.  Wir tun gut daran, zu lernen genau hinzuschauen.

Die Bärwurz ist ein Kind der Berge und wächst meist über 88 m ü.NN. Ich durfte ihr das erste Mal im Hochschwarzwald begegnen. Eine wunderbare Waldwiese, nicht weit weg vom Parkplatz. Es hatte kurz vorher leicht geregnet.. diesen würzigen Duft vergisst man nie.

Der Geschmack von Bärwurz- Likör ist einzigartig, so dass fast jeder einen anderen Geschmackseindruck hat, wenn er ihn zum ersten Mal probiert.  Manche erinnert er an Liebstöckel, Sellerie oder Wallnuss. Aber nichts von diesen Erinnerung trifft wirklich zu, man hat einen eigenen, neuen Geschmack auf der Zunge. Er ist stark, dabei würzig, harmonisch und warm.

 

Die Höhenlage verschafft der Bärwurz eine stärkere Sonneneinstrahlung und somit eine bessere Photosynthese.Sie wächst gemeinsam mit einer Vielzahl von Pflanzen und kann an deren Stoffwechselprodukten, die in den Boden abgegeben werden, teilhaben – ein Vorteil, den Pflanzen, die in Monokultur angebaut werden, nicht zu Teil wird.

Als wild wachsende Pflanze hat sie viele, für Menschen sehr gesunde, ätherischen Öle die der Abwehr von Bakterien, Pilzen, und Schädlingen dienen und so auch uns helfen.

Im Mittelalter war die starke Pflanze der Berge ein Bestandteild des Theriak, eines Heiltrankes, der Name  bedeutet „wildes Tier„- zum einen weil es mit der Heilkraft der Wildnis den bösen Zauber der Krankheit vertreibt, zum anderen weil er gegen den Biss wilder Tiere eingesetzt wurde.

Bärwurz wirkt: aphrodisierend,
appetitfördernd,
entblähend,
entgiftend,
entschlackend,
harntreibend,
herzstärkend,
magenstärkend,
menstruationsfördernd,
tonisierend,
verjüngend,
wärmend,
windtreibend,
Altersschwäche,
Appetitlosigkeit,
Blähungen,
Blasenerkrankungen,
Darmkatarrh,
Dysmenorrhoe,
Gelbsucht,
Gicht,
Hautausschläge,
Herzschwäche,
Hysterie,
Koliken,
Menstruationsbeschwerden,
Migräne,
Nierenleiden,
Stress,
Verdauungsstörungen,
Vergiftungen,
Weißfluss,
wissenschaftlicher Name: Meum athamanticum Jacq., Athamanta meum, Meum meum, Meum nevadense
Pflanzenfamilie: Doldenblütler = Apiaceae
englischer Name: Baldmoney, Spignel
volkstümlicher Name: Baerpudel, Bärwurz, Barekümmel, Bärendill, Bärenfenchel, Bärkümmel, Bärmutterkrut, Bärnzotten, Bärwurzel, Berwurtz, Dillblattwurz, Gewöhnliche Bärwurz, Herzwurz, Köppernickel, Mutterwurz, Wilder Fenchel
Verwendete Pflanzenteile: frische Blätter, Samen, Wurzelstöcke
Inhaltsstoffe: ätherische Öle, Fettes Öl, Gummi, Harz, Ligustilid, Monoterpene, Kaffeesäuren, Phthalide